Jemen­cha­mä­le­ons (Cha­mae­leo calyp­tra­tus) und ihre Hal­tung im Ter­ra­ri­um

Das Jemen­cha­mä­le­on aus dem Jemen. Nicht ganz, denn eigent­lich kommt das gar nicht mal so klei­ne Rep­til aus Sau­di Ara­bi­en, genau­er gesagt von den Ara­bi­schen Halb­in­seln. Du inter­es­sierst Dich anschei­nend für die exo­ti­schen Tier­chen und lieb­äu­gelst mit einem eige­nen Cha­mä­le­on im Ter­ra­ri­um? Cool, dass Du Dich infor­mierst, denn es gibt vie­les über die Gat­tung Cha­mae­leo calyp­tra­tus zu wis­sen. In die­sem Arti­kel ver­ra­ten wir Dir, wor­auf Du bei der Hal­tung im Ter­ra­ri­um ach­ten musst und was Dein Jemen­cha­mä­le­on für ein art­ge­rech­tes Leben benö­tigt. In die­sem Arti­kel kannst Du Dir ein bes­se­res Bild dar­über machen, ob ein Cha­mä­le­on wirk­lich zu Dir und Dei­nem Lebens­stil passt. Eine Ent­schei­dung für ein Haus­tier ist immer eine Ent­schei­dung auf Leb­zei­ten, also soll­te sie sehr gut über­legt sein! Schön, dass Du da bist und viel Freu­de beim Lesen!

Jemenchamäleons im Terrarium halten
Jemen­cha­mä­le­ons im Ter­ra­ri­um hal­ten

Steck­brief des Jemen­cha­mä­le­ons

Jemen­cha­mä­le­ons zäh­len mit einer Kör­per­län­ge von bis zu 61 Zen­ti­me­tern zu den grö­ße­ren Ver­tre­tern der Gat­tung ech­ter Cha­mä­le­ons. Lässt man sie nicht in ihrem natür­li­chen Lebens­raum, benö­ti­gen Jemen­cha­mä­le­ons ein groß­zü­gi­ges und luxu­ri­ös aus­ge­stat­te­tes Ter­ra­ri­um. 

Hast Du aus­rei­chend Platz für so ein Cha­mä­le­on-Heim?

Jemen­cha­mä­le­on im Kurz­über­blick

Her­kunftAra­bi­sche Halbinsel/​ Sau­di Ara­bi­en
Lebens­raumBüsche und Bäu­me
Grö­ße43 - 61 Zen­ti­me­ter (Männ­chen, inkl. Schwanz), 30 Zen­ti­me­ter (Weib­chen inkl. Schwanz)
Lebens­er­war­tungMänn­chen 6 - 8 Jah­re, Weib­chen 4 - 6 Jah­re
Ter­ra­ri­en TypRegen­wald­ter­ra­ri­um als Hoch­ter­ra­ri­um mit Klet­ter- und Ver­steck­mög­lich­kei­ten und gro­ßen Lüf­tungs­flä­chen
Ter­ra­ri­en­grö­ßemind. 100 x 75 x 150 (Län­ge x Brei­te x Höhe)
Tem­pe­ra­tur im Ter­ra­ri­umtags­über 27-28°C, nachts 20°C, Son­nen­plät­ze mit 35°C
Luft­feuch­tig­keit60 - 95%
Ein­rich­tungBereg­nungs­an­la­ge, Ther­mo- & Hygro­me­ter, Leucht­stoff­röh­ren/­LED-Beleuch­tung, UV-Lam­pe, Klet­ter­mög­lich­kei­ten, Tropf­trän­ke, Pflan­zen, Äste, Wur­zeln und Rück­zugs­mög­lich­kei­ten, unbe­dingt auf aus­rei­chend Belüf­tung ach­ten
Boden­grund10 - 30 cm dicke Schicht aus Erde-Sand-Gemisch oder Ter­ra­ri­en­er­de (Weib­chen brau­chen den Boden zur Eiab­la­ge)
Fut­terInsek­ten (Gril­len, Heim­chen, Heu­schre­cken etc.), dazu ein Cal­ci­um und Vit­amin­prä­pa­rat, gele­gent­lich etwas Gemü­se (in Maßen!)
Beson­der­hei­tenJemen­cha­mä­le­ons ste­hen unter Arten­schutz! Sie sind also mel­de­pflich­tig.
Sozi­al­ver­hal­tenEin­zel­gän­ger
Hal­tungDür­fen nur ein­zeln gehal­ten wer­den. Art­ge­nos­sen bedeu­ten Stress für die Tie­re.

Wie sehen Jemen­cha­mä­le­ons aus? 

Mit einer Kör­per­län­ge von bis zu 61 Zen­ti­me­tern (bei männ­li­chen Tie­ren) zäh­len Jemen­cha­mä­le­ons zu den grö­ße­ren Cha­mä­leon­ar­ten. Weib­chen die­ser Gat­tung wer­den hin­ge­gen nur etwa 30 Zen­ti­me­ter groß. 

Cha­mä­le­ons sind bekannt für ihre wech­sel­haf­te Far­ben­pracht. Dabei sind gera­de die Männ­chen beson­ders bunt, um die Damen beein­dru­cken zu kön­nen und Riva­len in die Flucht zu schla­gen. Anders als vie­le Men­schen ver­mu­ten, wech­seln Cha­mä­le­ons ihre Far­be näm­lich nicht, um sich ihrer Umge­bung anzu­pas­sen. Der Farb­wech­sel ist viel­mehr ein Aus­druck des Gemüts­zu­stan­des, so wech­selt die Far­be zum Bei­spiel, wenn sich ein Cha­mä­le­on bedroht fühlt. Die Grund­far­be bei Jemen­cha­mä­le­ons ist ein hel­les Grün mit gelb­li­chen Strei­fen, aber auch braun, gelb, oran­ge, tür­kis-blau weiß und schwarz gehö­ren zum Farb­spek­trum. Weib­chen hin­ge­gen ver­fü­gen nicht über eine so gro­ße Farb­pa­let­te. Jemen­cha­mä­le­on-Mäd­chen sind in der Regel blass­grün bis bräun­lich. Nur wenn Sie paa­rungs­be­reit sind, kön­nen auch sie tür­kis­far­be­ne und oran­ge­far­be­ne Punk­te bekom­men.

Paarungsbereites Jemenchamäleon-Weibchen
Paa­rungs­be­rei­tes Jemen­cha­mä­le­on-Weib­chen

Cha­mae­leo calyp­tra­tus Männ­chen ver­fü­gen über einen impo­san­ten Kopf­schmuck, den soge­nann­ten Prak­ti­kal­kamm sowie die typi­schen Fer­sen­spor­ne. Durch die­se Merk­ma­le, die ver­schie­de­nen Farb­ge­bun­gen und ihren Grö­ßen­un­ter­schied, las­sen sich die Männ­chen leicht von weib­li­chen Art­ge­nos­sen unter­schei­den. 

In frei­er Natur hal­ten Cha­mä­le­ons eine etwa zwei­mo­na­ti­ge Win­ter­ru­he. Die Mög­lich­keit, sich über einen gewis­sen Zeit­raum aus­zu­ru­hen, soll­te ihnen unbe­dingt auch bei einer Hal­tung im Ter­ra­ri­um gewährt wer­den. Damit Dein Cha­mä­le­on in sei­nem Zuhau­se eine Art Win­ter­ru­he hal­ten kann, soll­test Du die Tages­tem­pe­ra­tur im Ter­ra­ri­um in den Win­ter­mo­na­ten um etwa 4-5 Grad Cel­si­us run­ter regu­lie­ren. In der Nacht sind dann auch 16 Grad Cel­si­us aus­rei­chend. Auch die Beleuch­tungs­dau­er darfst Du wäh­rend die­ser Zeit auf etwa 10 Stun­den am Tag ver­kür­zen. Ansons­ten darf die Beleuch­tungs­zeit ger­ne 14 Stun­den pro Tag betra­gen.

Männliches Jemenchamäleon
Männ­li­ches Jemen­cha­mä­le­on

Jemen­cha­mä­le­ons sind mit etwa einem Jahr aus­ge­wach­sen und ent­wi­ckeln zum sel­ben Zeit­punkt ihre Geschlechts­rei­fe. Die exo­ti­schen Tie­re hal­ten abso­lut gar nichts von ihren Art­ge­nos­sen, es sei denn, es ist Paa­rungs­zeit. Hal­ten sich außer­halb die­ser Zeit ande­re Cha­mä­le­ons in der Nähe auf, bedeu­tet das für die Tie­re gro­ßen Stress. Für Dein Jemen­cha­mä­le­on kommt also aus­schließ­lich eine Ein­zel­hal­tung in Fra­ge!

Übri­gens: Auch ande­re Haus­tie­re kön­nen Dein Cha­mä­le­on stres­sen. Wenn Du ihm ein Ter­ra­ri­um ein­rich­test, soll­test Du also sicher­stel­len, dass nicht noch eine Vogel­vo­lie­re oder das Kat­zen­klo mit im sel­ben Raum steht!

In frei­er Natur kön­nen Jemen­cha­mä­le­ons bis zu 15 Jah­re alt wer­den. In Gefan­gen­schaft errei­chen sie meis­tens ein maxi­ma­les Lebens­al­ter von 8 Jah­ren. Obwohl die Tie­re durch­aus zehn Jah­re und älter wer­den kön­nen, schaf­fen sie das aber auch in der Wild­nis nur sehr sel­ten - Hier sind sie deut­lich grö­ße­ren Gefah­ren aus­ge­setzt, als im wohl­be­hü­te­ten Ter­ra­ri­um!

Dieses Jemenchamäleons-Weibchen signalisiert, dass sie nicht paarungsbereit ist
Die­ses Jemen­cha­mä­le­ons-Weib­chen signa­li­siert mit ihrer Fär­bung, dass sie nicht paa­rungs­be­reit ist

Jemen­cha­mä­le­on: Hal­tung im Ter­ra­ri­um, Zube­hör & Pflan­zen

Jemen­cha­mä­le­ons gel­ten genau wie ande­re Cha­mä­leon­ar­ten (zum Bei­spiel Pan­ther­cha­mä­le­ons) als Ter­ra­ri­en­tie­re für Fort­ge­schrit­te­ne. Die Anfor­de­run­gen an eine Hal­tung im Ter­ra­ri­um sind bei die­sen Tie­ren beson­ders hoch. Wenn Du also bis­her noch kei­ne Erfah­rung mit Ter­ra­ri­en­tie­ren gesam­melt hast, soll­test Du Dir zu Beginn viel­leicht ein pfle­ge­leich­tes Tier für Dein Ter­ra­ri­um aus­su­chen. Tem­pe­ra­tur, Belüf­tung und Beleuch­tung müs­sen opti­mal an die Lebens­be­din­gun­gen der Tie­re ange­passt sein, damit sie ein gesun­des und vita­les Leben füh­ren kön­nen.

Die­ses Zube­hör ist wich­tig für Dein Jemen­cha­mä­le­on im Ter­ra­ri­um

Das Ter­ra­ri­um Dei­nes Jemen­cha­mä­le­ons soll­te die Min­dest­ma­ße von 100 x 75 x 150 (L x H x B) nicht unter­schrei­ten! Es ist über­le­bens­not­wen­dig für die Tie­re, dass inner­halb des Ter­ra­ri­ums ein Tem­pe­ra­tur­ge­fäl­le herrscht. Sie benö­ti­gen lau­schi­ge Son­nen­plät­ze (im obe­ren Bereich) und küh­le­re Schat­ten­zo­nen (im unte­ren Bereich). Da Cha­mä­le­ons Licht mit Wär­me asso­zi­ie­ren, wer­den sie auto­ma­tisch hel­le Stel­len im Ter­ra­ri­um auf­su­chen, wenn sie sich auf­wär­men möch­ten und sich an dunk­le Stel­len zurück­zie­hen, wenn es ihnen zu warm ist. Des­halb muss ein Cha­mä­le­on-Ter­ra­ri­um immer über hel­le Beleuch­tung und nicht über ande­re Heiz­mög­lich­kei­ten (ohne Licht) wie Heiz­mat­ten, Kabel oder Infra­rot­stahler auf die benö­tig­te Tem­pe­ra­tur (tags­über etwa 27 bis 28°C und loka­len Son­nen­plät­zen mit 35 °C, nachts 20 °C) gebracht wer­den. Bei der Instal­la­ti­on von Wär­me­spots und UV-Lam­pen musst Du unbe­dingt dar­auf ach­ten, dass sie sicher ober­halb des Ter­ra­ri­ums ange­bracht sind und kei­ne Ver­bren­nungs­ge­fahr besteht! 

Als Grund­be­leuch­tung eig­nen sich für Jemen­cha­mä­le­on-Ter­ra­ri­en T5-Röh­ren oder spe­zi­el­le LED-Leuch­ten für Ter­ra­ri­en. Zusätz­lich benö­tigst Du je nach Ter­ra­ri­en­grö­ße einen oder meh­re­re Wär­me­spots und eine hoch­wer­ti­ge UV-Lam­pe, die alle 8 bis 10 Mona­te aus­ge­wech­selt wer­den soll­te.

Die aus­rei­chen­de Ver­sor­gung mit UV-Licht ist für Jemen­cha­mä­le­ons sehr wich­tig und soll­te mit hoch­wer­ti­gen Lam­pen wie spe­zi­el­len HQI-Strah­lern (zum Bei­spiel von Solar Rap­tor oder Lucky Rep­ti­le) oder der Osram Ultra-Vita­lux sicher­ge­stellt wer­den. UV-Kom­pakt­lam­pen (qua­si auf­ge­wi­ckel­te Leucht­stoff­röh­ren) sind für Cha­mä­le­ons nicht aus­rei­chend!

Die Luft­feuch­tig­keit soll­te tags­über bei etwa 60 - 70 % lie­gen. In der Nacht darf sie ger­ne auf 90 % anstei­gen. Das kannst Du mit­hil­fe einer Bereg­nungs­an­la­ge sicher­stel­len oder das Ter­ra­ri­um per Hand mit lau­war­mem Was­ser besprü­hen. Um Kalk­fle­cken an den Ter­ra­ri­en­schei­ben zu ver­mei­den, ist es sinn­voll einen Was­ser­fil­ter oder Osmo­se­was­ser zum Sprü­hen zu ver­wen­den.

Damit Du immer sicher weißt, dass die Luft­feuch­tig­keit (und Tem­pe­ra­tur) im Ter­ra­ri­um opti­mal ein­ge­stellt ist, emp­fiehlt sich ein Ther­mo- und Hygro­me­ter.

Wich­tig zu wis­sen: Mache Dir bewusst, dass die Hal­tung von Jemen­cha­mä­le­ons im Ter­ra­ri­um mit hohen Anschaf­fungs­kos­ten ver­bun­den ist! Für die unbe­dingt erfor­der­li­che Son­der­aus­stat­tung kannst Du eini­ge hun­dert Euro ein­rech­nen. Auch fort­lau­fend wird Dein Cha­mä­le­on Dich Geld kos­ten. Neben der Ein­rich­tung soll­test Du Geld für lau­fen­de Fut­ter­kos­ten und ggf. Tier­arzt­be­su­che ein­kal­ku­lie­ren. Mache Dich auch unbe­dingt VOR der Anschaf­fung eines Cha­mä­le­ons schlau, ob es einen Rep­ti­li­en-Tier­arzt in Dei­ner Nähe gibt!

Neben der Luft­feuch­tig­keit und Beleuch­tung des Ter­ra­ri­ums ist es wich­tig zu wis­sen, dass Cha­mä­le­ons ech­te Frisch­luft­fa­na­ti­ker sind. Min­des­tens die Ober­sei­te und eine Sei­ten­wand soll­ten aus Metall-Gaze bestehen, um aus­rei­chend Belüf­tungs­flä­chen zu gewähr­leis­ten. Die ande­ren Wän­de des Ter­ra­ri­ums kannst Du mit Kork aus­klei­den. Hier las­sen sich her­vor­ra­gen­de Klet­ter- und Ver­steck­mög­lich­kei­ten für Dein Cha­mä­le­on ein­rich­ten. Die­se benö­tigt es unbe­dingt, damit sich der klei­ne Exot im Ter­ra­ri­um wohl­füh­len kann. Auch Äste, Wur­zeln, Lia­nen und Pflan­zen soll­ten Platz im Ter­ra­ri­um fin­den. 

Ach­tung: Jemen­cha­mä­le­ons naschen ger­ne auch mal Blät­ter von den Pflan­zen im Ter­ra­ri­um. Bit­te infor­mie­re Dich auch hier sehr genau, wel­che Pflan­zen­art Du ins Ter­ra­ri­um bringst. Nicht alle Pflan­zen sind geeig­net und sicher weißt Du, dass vie­le Pflan­zen gif­tig sind. Für Jemen­cha­mä­le­ons kom­men zum Bei­spiel ver­schie­de­ne Far­ne, Bego­ni­en, Mons­tera, Scheff­lera, Dra­chen­pal­men, Pas­si­flo­ra, Berg­pal­men, Bir­ken­fei­gen, Grün­li­li­en und Efeu­tu­ten in Fra­ge. Außer­dem dür­fen die Pflan­zen fürs Ter­ra­ri­um nicht mit Pflan­zen­schutz­mit­teln und künst­li­chen Dün­gern belas­tet sein.

Eine Fut­ter­stel­le benö­tigst Du in der Regel nicht, denn Lebend­fut­ter benö­tigt kei­nen Tel­ler. Da Jemen­cha­mä­le­ons auch ger­ne mal etwas Grü­nes naschen, kannst Du Vogel­mi­re oder Gol­li­woog (Cal­li­sia repens) ins Ter­ra­ri­um pflan­zen. Auch Gur­ken­schei­ben oder Karot­ten­stück­chen wer­den ger­ne ange­nom­men.

Was Dein Jemen­cha­mä­le­on aber unbe­dingt benö­tigt, ist eine Tropf­trän­ke. Die Tie­re stil­len ihren Durst nicht ger­ne aus ste­hen­den Gewäs­sern, son­dern bevor­zu­gen Regen- und Tau­trop­fen. Eine Tropf­trän­ke kommt der natür­li­chen Was­ser­auf­nah­me am nächs­ten.

Der Boden­grund im Ter­ra­ri­um soll­te aus spe­zi­el­ler Ter­ra­ri­en­er­de oder einem Erde-Sand­ge­misch bestehen und bei weib­li­chen Jeman­chä­le­ons min­des­tens 30 Zen­ti­me­ter tief, leicht feucht, aber nie nass sein. Nur so kön­nen die Weib­chen dort ihre Eier able­gen kann. Zur Eiab­la­ge gräbt das Cha­mä­le­on­weib­chen einen Tun­nel den sie nach der erfolg­rei­chen Eiab­la­ge sorg­fäl­tig wie­der ver­schließt. Bei männ­li­chen Jemen­cha­mä­le­ons darf die Höhe des Boden­sub­strats etwas nied­ri­ger aus­fal­len.

Ach­tung: Auch wenn ein Jemen­cha­mä­le­on­weib­chen kei­nen Kon­takt zu einem männ­li­chen Art­ge­nos­sen hat­te, setzt sie in der Regel ein bis drei Mal in Jahr Eier an, die sie able­gen muss, auch wenn die­se nicht befruch­tet sind. Wenn kein feuch­tes, grab­fä­hi­ges Boden­sub­stat in aus­rei­chen­der Höhe zur Ver­fü­gung steht, droht eine lebens­ge­fähr­li­che Lege­not!

Fut­ter: Was fres­sen Jemen­cha­mä­le­ons?

Jemen­cha­mä­le­ons sind Car­ni­vo­re. Das bedeu­tet, sie ernäh­ren sich fast aus­schließ­lich von leben­der Beu­te. Auch in eurem Zuhau­se musst Du Dein Jemen­cha­mä­le­on mit fri­schen Insek­ten füt­tern, die bis zu ihrem letz­ten Tag auch in Dei­ner Woh­nung leben wer­den. Auf Dau­er wirkt sich eine eige­ne Nach­zucht der Fut­ter­tie­re posi­tiv auf Dei­nen Geld­beu­tel aus. Wich­tig ist, dass die Insek­ten vor der Füt­te­rung regel­mä­ßig mit einem Vit­amin- und Cal­ci­um­prä­pa­rat bestreut wer­den. Die­ses nimmt Dein Cha­mä­le­on dann mit dem Ver­spei­sen der Fut­ter­tie­re auto­ma­tisch auf. Im Ter­ra­ri­um kannst Du Dei­nem Cha­mä­le­on auch gele­gent­lich mit etwas Gemü­se den Tag ver­sü­ßen - aber bit­te nur in Maßen! 

Die­se Fut­ter­tie­re lie­ben Jemen­cha­mä­le­ons

Hier kommt eine Aus­wahl der belieb­tes­ten Fut­ter­tie­re von Jemen­cha­mä­le­ons. Ger­ne kannst Du sie auf dem Spei­se­plan vari­ie­ren. Ach­te aber dar­auf, dass eini­ge die­ser Tie­re einen höhe­ren Fett­ge­halt mit­brin­gen als ande­re und daher als klei­ne Dick­ma­cher gel­ten.

  • Heim­chen
  • Gril­len
  • Asseln
  • Scha­ben
  • Heu­schre­cken
  • Flie­gen
  • Frucht­flie­gen
  • Läu­se (z.B. Erb­sen- und Wei­zen­blatt­läu­se)
  • Boh­nen­kä­fer
Was fressen Jemenchamäleons
Was fres­sen Jemen­cha­mä­le­ons?

Fol­gen­de Insek­ten sind sehr fett­reich und soll­ten daher nur sel­ten auf dem Spei­se­plan Dei­nes Jemen­cha­mä­le­ons ste­hen:

  • Zopho­bas
  • Rosen­kä­fer­lar­ven
  • Mehl­wür­mer
  • Wachs­ma­den & -mot­ten

Wenn Dein Cha­mä­le­on sich noch im Wachs­tum befin­det, hat es einen höhe­ren Ener­gie­be­darf als wenn es bereits aus­ge­wach­sen ist. Bei erwach­se­nen Tie­ren reicht eine Füt­te­rung alle 2 - 3 Tage aus, bei Jung­tie­ren kann noch jeden Tag gefüt­tert wer­den. Wich­tig ist, dass Du nicht ver­speis­te Insek­ten inner­halb von 12 - 24 Stun­den aus dem Ter­ra­ri­um ent­fernst. Das­sel­be gilt auch für die Hin­ter­las­sen­schaf­ten Dei­nes Cha­mä­le­ons, aber dar­auf gehen wir gleich noch ein­mal genau­er ein.

Jemen­cha­mä­le­on: Umgang und Pfle­ge

War­um möch­test Du über­haupt ein Jemen­cha­mä­le­on haben? Der Beweg­grund soll­te immer die Fas­zi­na­ti­on und Lei­den­schaft für die­se außer­ge­wöhn­li­chen Tie­re sein, nicht aber der “Cool­ness-Fak­tor”. Mache Dir auf jeden Fall bewusst, dass Du Dich für rund zehn Jah­re an Dein Haus­tier bin­dest. Fehlt Dir die Lei­den­schaft für die Rep­ti­li­en, wirst Du schnell die Lust an der auf­wen­di­gen Ter­ra­ri­en­hal­tung ver­lie­ren - zum Leid­we­sen des Tie­res! 

Jemen­cha­mä­le­ons sind kei­ne Kuschel­tie­re. Die meis­ten Rep­ti­li­en mögen es nicht beson­ders, wenn sie aus ihrem Lebens­raum her­aus­ge­holt wer­den. Wenn Du also auf der Suche nach einem Haus­tier bist, mit dem Du voll auf Kör­per­kon­takt gehen kannst, ist eine Kat­ze oder ein Hund viel­leicht doch eher Dein Tier. Wenn es für Dich in Ord­nung ist, Dein Rep­til haupt­säch­lich zu beob­ach­ten und zu bestau­nen, dann könn­test Du dem Jemen­cha­mä­le­on gefal­len. Ja, man­che Tie­re wer­den mit der Zeit auch hand­zahm und las­sen sich ein wenig durch die Woh­nung tra­gen. Beden­ke aber immer, dass sie ein kom­plett ande­res Tem­pe­ra­tur­emp­fin­den haben als wir und allein des­halb nicht so viel Zeit außer­halb ihres Wohl­fühl-Ter­ra­ri­ums ver­brin­gen soll­ten. 

Jemenchamäleon (Männchen)
Jemen­cha­mä­le­on (Männ­chen)

Rei­ni­gung des Ter­ra­ri­ums

Natür­lich wirst Du Dei­nen Mini-Dra­chen gele­gent­lich aus dem Ter­ra­ri­um her­aus­neh­men müs­sen, zum Bei­spiel um sein Heim gründ­lich zu rei­ni­gen. Wie bereits erwähnt, soll­test Du das Zuhau­se Dei­nes Jemen­cha­mä­le­ons täg­lich auf Hin­ter­las­sen­schaf­ten und nicht ver­speis­te Insek­ten kon­trol­lie­ren und die­se direkt ent­fer­nen. Wische ver­schmutz­te Äste oder Wur­zeln regel­mä­ßig mit lau­war­mem Was­ser ab. Für die täg­li­che “Blitz­rei­ni­gung” muss Dein Cha­mä­le­on das Ter­ra­ri­um nicht ver­las­sen. Zu Beginn kann es sein, dass das Tier Dich mit Droh­ge­bär­den ver­sucht zu ver­trei­ben. Wenn ihr euch anein­an­der gewöhnt habt, wird die­ses Ver­hal­ten aber immer dezen­ter und Dein Cha­mä­le­on ist nach und nach weni­ger gestresst von Dei­ner Anwe­sen­heit. Bit­te ver­zich­te bei der Rei­ni­gung immer auf Che­mie und aggres­si­ve Rei­ni­gungs­mit­tel! Lau­war­mes Was­ser, mit etwas Zitro­nen­saft rei­nigt zum Bei­spiel ver­schmut­ze Ter­ra­ri­en­schei­ben auf natür­li­che Wei­se.

Fazit: Das Jemen­cha­mä­le­on als Haus­tier

Ein Jemen­cha­mä­le­on als Haus­tier ist eine klei­ne Her­aus­for­de­rung. Gera­de zu Beginn musst Du Dich inten­siv mit einer art­ge­rech­ten Hal­tung die­ser Tie­re aus­ein­an­der­set­zen, da Du sonst ihr Leben ris­kierst! Beleuch­tung, Belüf­tung und Tem­pe­ra­tur des Ter­ra­ri­ums müs­sen opti­mal zu den Lebens­be­din­gun­gen der klei­nen Exo­ten pas­sen. Da Cha­mä­le­ons eini­ge Her­aus­for­de­run­gen in der Hal­tung mit­brin­gen, sind sie nicht unbe­dingt für den Ein­stieg in die Ter­raris­tik zu emp­feh­len. Wenn Du aus­rei­chend Lei­den­schaft und Ver­ant­wor­tungs­be­wusst­sein mit­bringst, kannst Du Dich aber auch als Anfän­ger durch­aus auch für ein Jemen­cha­mä­le­on ent­schei­den. Wich­tig ist immer, dass alles zum Wohl der Tie­re geschieht und Du Dir bewusst machst, war­um Du über­haupt ein Rep­til im Wohn­zim­mer hal­ten möch­test.

Vie­len Dank für’s Lesen und viel Freu­de mit Dei­nem Ter­ra­ri­en­tier.

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Christina Williger

Christina Williger
Ernährungsberaterin für Hunde & Katzen, Gründerin

Im Laufe meines Lebens hatte (und habe) ich schon unzählige Haustiere. Zudem war ich fast 20 Jahre lang im Pferdesport sowie im Hundesport aktiv. Meine Tierliebe veranlasste mich dazu, als Bloggerin & Autorin im Heimtierbereich tätig zu werden und meine langjährigen Erfahrungen und mein umfangreiches Wissen über Tiere mit anderen zu teilen. Inspiriert durch die gesundheitlichen Herausforderungen meines Hundes Aragon habe ich mich außerdem zur zertifizierten Ernährungsberaterin für Hunde und Katzen weitergebildet. Mit meinen Büchern und Blogs möchte ich das Bewusstsein für die Bedürfnisse unserer Haustiere schärfen, deren Lebensqualität nachhaltig verbessern und so zu einem harmonischeren Zusammenleben von Mensch und Tier beitragen.