Zusatz­fut­ter für Pfer­de sinn­voll ergän­zen

Wenn Du Dein Pferd wirk­lich gut ver­sor­gen willst, stellst Du Dir frü­her oder spä­ter die Fra­ge: Braucht mein Tier über­haupt Zusatz­fut­ter – und wenn ja, wel­ches? Die Ant­wort hängt von Hal­tungs­form, Jah­res­zeit, Arbeits­be­las­tung und indi­vi­du­el­ler Kon­sti­tu­ti­on ab. Setzt Du dabei auf hoch­wer­ti­ge Grund­zu­ta­ten, machst Du vie­les rich­tig – zum Bei­spiel las­sen sich gesun­de Grün­ha­fer Cobs online bestel­len, um die täg­li­che Rati­on sinn­voll zu ergän­zen. Die­ser Rat­ge­ber zeigt Dir, wor­auf es bei der bedarfs­ge­rech­ten Ergän­zungs­füt­te­rung wirk­lich ankommt.

Zusatzfutter für Pferde sinnvoll ergänzen
Zusatz­fut­ter für Pfer­de sinn­voll ergän­zen

Das Wich­tigs­te in Kür­ze zum Zusatz­fut­ter

  • Rau­fut­ter ist die Basis jeder Rati­on: min­des­tens 1,5 kg Heu pro 100 kg Kör­per­ge­wicht täg­lich, dazu 30–50 Liter Was­ser und aus­rei­chend Bewe­gung.
  • Ob und wie viel Zusatz­fut­ter Dein Pferd braucht, hängt von Hal­tungs­form, Jah­res­zeit, Arbeits­be­las­tung und Kör­per­kon­di­ti­on (BCS) ab.
  • Boxen­pfer­de haben meist einen höhe­ren Ergän­zungs­be­darf als Pfer­de im Offen­stall mit Wei­de­gang.
  • Im Win­ter feh­len häu­fig Vit­amin E, Selen, Magne­si­um sowie Zink und Kup­fer.
  • Für älte­re oder stoff­wech­sel­emp­find­li­che Pfer­de eig­nen sich stär­ke­ar­me Ener­gie­quel­len bes­ser als klas­si­sches Kraft­fut­ter.
  • Mehr ist nicht bes­ser: Selen, Vit­amin A und Kup­fer kön­nen über­do­siert toxisch wir­ken. Eine Heu­ana­ly­se zeigt, was wirk­lich fehlt.

Zusatz­fut­ter für Pfer­de sinn­voll ergän­zen: Die Basis ver­ste­hen

Bevor Du über­haupt über Ergän­zungs­mit­tel nach­denkst, muss die Grund­ver­sor­gung stim­men. Pfer­de sind ursprüng­li­che Step­pen­tie­re und dar­auf aus­ge­legt, täg­lich vie­le Stun­den zu gra­sen. Rau­fut­ter – also Heu, Stroh oder fri­sches Gras – bil­det die unver­zicht­ba­re Basis jeder Rati­on. Emp­foh­len wer­den min­des­tens 1,5 Kilo­gramm Heu pro 100 Kilo­gramm Kör­per­ge­wicht täg­lich. Unter­schrei­test Du die­se Men­ge, ris­kierst Du nicht nur Man­gel­er­schei­nun­gen, son­dern auch Magen­pro­ble­me und Ste­reo­ty­pien.

Erst wenn die­se Basis sicher­ge­stellt ist, macht es Sinn, über Zusatz­fut­ter für Pfer­de sinn­voll ergän­zen nach­zu­den­ken. Ein häu­fi­ger Feh­ler ist es, teu­re Prä­pa­ra­te auf eine schlech­te Grund­füt­te­rung auf­zu­sto­cken – das gleicht struk­tu­rel­le Defi­zi­te sel­ten aus. Gutes Heu aus einer sau­be­ren Quel­le, regel­mä­ßi­ge Was­ser­ver­sor­gung (min­des­tens 30–50 Liter täg­lich) und aus­rei­chend Bewe­gung sind kein Luxus, son­dern Pflicht.

Mer­ke: Ergän­zungs­fut­ter ersetzt nie­mals qua­li­ta­tiv hoch­wer­ti­ges Rau­fut­ter. Es ist immer nur eine Ergän­zung – kein Ersatz.

Hal­tungs­for­men und Nähr­stoff­be­darf: Box vs. Offen­stall

Die Hal­tungs­form beein­flusst den Nähr­stoff­be­darf erheb­lich. Ein Pferd im Offen­stall mit täg­li­chem Wei­de­gang hat über fri­sches Gras und natür­li­che Bewe­gung bereits einen Groß­teil sei­nes Bedarfs gedeckt – Mine­ral­stoff­prä­pa­ra­te oder Vit­amin­zu­sät­ze sind hier oft nur sai­so­nal nötig. Anders sieht es bei Boxen­pfer­den aus: Sie haben kaum oder kei­nen Zugang zu fri­schem Gras, bekom­men häu­fig aus­ge­laug­tes Heu und bewe­gen sich deut­lich weni­ger. Hier ent­steht leicht ein Defi­zit an Vit­amin E, Selen, Magne­si­um oder Ome­ga-3-Fett­säu­ren.

Ein hilf­rei­ches Werk­zeug zur Ein­schät­zung des Nähr­stoff­be­darfs ist der Body Con­di­ti­on Score (BCS). Er bewer­tet die Kör­per­kon­di­ti­on des Pfer­des auf einer Ska­la von 1 (abge­ma­gert) bis 9 (adi­pös). Ein BCS von 5 bis 6 gilt als ide­al. Liegt Dein Pferd dar­un­ter, braucht es ener­gie­rei­che Ergän­zun­gen; liegt es dar­über, soll­te zunächst die Grund­ra­ti­on über­prüft wer­den, bevor wei­te­re Kalo­rien zuge­führt wer­den.

Gene­rell gilt: Je mehr Bewe­gungs­frei­heit und Wei­de­an­teil, des­to gerin­ger der Sup­ple­men­tie­rungs­be­darf. Boxen­pfer­de in Arbeit haben hin­ge­gen einen nach­weis­lich höhe­ren Bedarf an Elek­tro­ly­ten und B-Vit­ami­nen.

Sai­so­na­le Ergän­zung: Vit­ami­ne und Mine­ra­li­en im Win­ter

Im Win­ter ver­än­dert sich das Nähr­stoff­pro­fil der Füt­te­rung spür­bar. Fri­sches Gras fällt weg, Heu hat natur­ge­mäß weni­ger Vit­amin E und Beta­ca­ro­tin als som­mer­li­ches Wei­de­gras. Gleich­zei­tig braucht das Pferd mehr Ener­gie für die Ther­mo­re­gu­la­ti­on – vor allem bei fros­ti­gen Näch­ten oder nas­ser Wit­te­rung.

Was vie­le unter­schät­zen: Der Vit­amin-D-Spie­gel sinkt im Win­ter deut­lich, weil die UV-Strah­lung zu gering ist, um eine aus­rei­chen­de kör­per­ei­ge­ne Syn­the­se zu ermög­li­chen. Ergän­ze daher in den Mona­ten Okto­ber bis März gezielt:

  • Vit­amin E: unter­stützt Mus­ku­la­tur und Immun­sys­tem; Heu ent­hält nur noch einen Bruch­teil des ursprüng­li­chen Gehalts
  • Selen: wich­tig für die Mus­kel­ge­sund­heit, aber Vor­sicht – eine Über­do­sie­rung ist toxisch; stets auf Bedarfs­men­gen ach­ten
  • Magne­si­um: wirkt regu­lie­rend auf das Ner­ven­sys­tem, gera­de bei stress­an­fäl­li­gen Pfer­den
  • Zink und Kup­fer: für Hufe, Fell und Bin­de­ge­we­be; häu­fig im Mine­ral­fut­ter ent­hal­ten

Ein gutes Mine­ral­fut­ter als Leck­stein oder loses Pul­ver kann im Win­ter vie­le die­ser Lücken schlie­ßen. Wich­tig ist, dabei auf ein aus­ge­wo­ge­nes Ver­hält­nis von Kal­zi­um zu Phos­phor (ca. 2:1) zu ach­ten – zu viel Phos­phor aus Kraft­fut­ter ver­schiebt die­ses Gleich­ge­wicht gefähr­lich.

Natür­li­che Ener­gie­quel­len und Kräu­ter rich­tig ein­set­zen

Willst Du Dei­nem Pferd Ener­gie zufüh­ren, musst Du nicht zwin­gend zu stär­ke­rei­chen Kraft­fut­ter­mit­teln grei­fen. Gera­de für älte­re Pfer­de, Insu­lin­re­sis­ten­te oder sol­che mit Cus­hing-Syn­drom sind stär­ke­ar­me Alter­na­ti­ven deut­lich bes­ser ver­träg­lich. Wenn Du pas­sen­des Zusatz­fut­ter fürs Pferd aus­wäh­len möch­test, lohnt sich ein Blick auf pflanz­li­che, natur­be­las­se­ne Pro­duk­te mit kla­rer Her­kunfts­an­ga­be.

Bewähr­te natür­li­che Ener­gie­quel­len und Kräu­ter­zu­sät­ze im Über­blick:

  • Lein­öl: reich an Ome­ga-3-Fett­säu­ren, ide­al für ein glän­zen­des Fell und ent­zün­dungs­hem­men­de Pro­zes­se; täg­lich 50–100 ml rei­chen bereits aus
  • Hage­but­te: natür­li­che Vit­amin-C-Quel­le, immun­sti­mu­lie­rend; als Pul­ver gut in die Rati­on ein­zu­mi­schen
  • Brenn­nes­sel: mine­ra­li­en­stark, unter­stützt Blut­bil­dung und Stoff­wech­sel; getrock­net oder als Pel­lets
  • Fen­chel und Kamil­le: för­dern eine gesun­de Ver­dau­ung, gut bei emp­find­li­chen Pfer­den
  • Rüben­pe­l­lets (Zucker­rü­ben­schnit­zel): schmack­haf­ter Ener­gie­lie­fe­rant, beson­ders in Kom­bi­na­ti­on mit Heu attrak­tiv; für stoff­wech­sel­emp­find­li­che Pfer­de unme­las­sier­te Sor­ten wäh­len
  • Bier­he­fe: lie­fert B-Vit­ami­ne und Ami­no­säu­ren; gut für Huf- und Fell­qua­li­tät

Häu­fi­ge Feh­ler bei der Gabe von Zusatz­fut­ter ver­mei­den

Trotz guter Absich­ten machen vie­le Pfer­de­be­sit­zer typi­sche Feh­ler bei der Sup­ple­men­tie­rung. Der häu­figs­te ist die Über­do­sie­rung: Gibst Du meh­re­re Mine­ral­fut­ter gleich­zei­tig – zum Bei­spiel einen Kräu­ter­mix, ein Mine­ral­fut­ter und dazu noch ein Vit­amin­prä­pa­rat –, ris­kierst Du eine gefähr­li­che Über­mi­ne­ra­li­sie­rung. Beson­ders Selen, Vit­amin A und Kup­fer kön­nen in höhe­ren Dosen toxisch wir­ken.

Ein wei­te­rer Feh­ler: Ergän­zungs­fut­ter ohne Fut­ter­ana­ly­se ein­set­zen. Weißt Du nicht, wel­che Nähr­stof­fe Dein Heu tat­säch­lich ent­hält, tappst Du im Dun­keln. Wor­an Du gutes Heu schon mit blo­ßem Auge und Nase erkennst, erfährst Du in unse­rem Rat­ge­ber, was Pfer­de fres­sen dür­fen. Eine ein­fa­che Heu­ana­ly­se kos­tet zwi­schen 30 und 80 Euro und gibt Auf­schluss über Ener­gie­ge­halt, Roh­pro­te­in, Mine­ral­stoff­pro­fil und mög­li­che Schim­mel­pilz­be­las­tung. Auf die­ser Grund­la­ge lässt sich ein wirk­lich bedarfs­ge­rech­ter Ergän­zungs­plan erstel­len.

Ach­te außer­dem auf fol­gen­de Punk­te:

  • Kein abrup­ter Fut­ter­wech­sel: Auch neue Ergän­zungs­mit­tel soll­ten schritt­wei­se ein­ge­führt wer­den, um den Darm nicht zu über­for­dern
  • Kei­ne Kom­bi­na­ti­on kon­kur­rie­ren­der Mine­ral­stof­fe: Kal­zi­um und Phos­phor, Eisen und Zink bei­spiels­wei­se hem­men sich gegen­sei­tig in der Absorp­ti­on
  • Kei­ne Dau­er­ga­be ohne Über­prü­fung: Min­des­tens alle sechs Mona­te soll­te die Rati­on über­prüft und ange­passt wer­den – beson­ders nach Wei­de­ab­trieb oder bei Leis­tungs­ver­än­de­run­gen

Beher­zigst Du die­se Grund­sät­ze, kommst Du mit weni­ger aus – und tust Dei­nem Pferd damit deut­lich mehr Gutes als durch über­trie­be­nes Sup­ple­men­tie­ren. Wie sich der Bedarf zwi­schen Wei­de und Box unter­schei­det und wann eine Ergän­zung über­haupt nötig ist, liest Du aus­führ­lich in unse­rem Bei­trag Wann ist Ergän­zungs­fut­ter für Pfer­de sinn­voll?

Wei­te­re häu­fi­ge Fra­gen zu Zusatz­fut­ter für Pfer­de

Braucht jedes Pferd Zusatz­fut­ter?

Nein. Bekommt Dein Pferd aus­rei­chend gutes Rau­fut­ter, hat Wei­de­gang und viel Bewe­gung, ist sein Bedarf oft schon weit­ge­hend gedeckt. Ergän­zun­gen sind dann meist nur sai­so­nal oder bei beson­de­rer Belas­tung nötig.

Wie viel Heu braucht ein Pferd am Tag?

Als Richt­wert gel­ten min­des­tens 1,5 Kilo­gramm Heu pro 100 Kilo­gramm Kör­per­ge­wicht. Ein 600 Kilo­gramm schwe­res Pferd braucht dem­nach min­des­tens 9 Kilo­gramm Heu täg­lich.

Braucht ein Boxen­pferd mehr Ergän­zun­gen als ein Pferd im Offen­stall?

In der Regel ja. Boxen­pfer­den feh­len fri­sches Gras und Bewe­gung, wodurch leich­ter ein Defi­zit an Vit­amin E, Selen, Magne­si­um oder Ome­ga-3-Fett­säu­ren ent­steht. Arbei­tet Dein Boxen­pferd regel­mä­ßig, steigt zusätz­lich der Bedarf an Elek­tro­ly­ten und B-Vit­ami­nen.

Wel­che Nähr­stof­fe soll­te ich im Win­ter ergän­zen?

Von Okto­ber bis März feh­len häu­fig Vit­amin E, Selen, Magne­si­um sowie Zink und Kup­fer. Auch der Vit­amin-D-Spie­gel sinkt wegen der gerin­gen UV-Strah­lung. Ein aus­ge­wo­ge­nes Mine­ral­fut­ter schließt vie­le die­ser Lücken.

Kann ich Zusatz­fut­ter über­do­sie­ren?

Ja. Vor allem wenn Du meh­re­re Prä­pa­ra­te kom­bi­nierst, droht eine Über­mi­ne­ra­li­sie­rung. Selen, Vit­amin A und Kup­fer kön­nen in höhe­ren Dosen toxisch wir­ken. Hal­te Dich des­halb an die Dosie­rungs­an­ga­ben und prü­fe, wel­che Nähr­stof­fe in wel­chen Pro­duk­ten bereits ent­hal­ten sind.

Lohnt sich eine Heu­ana­ly­se?

Ja, denn ohne sie weißt Du nicht, was Dei­nem Pferd tat­säch­lich fehlt. Für 30 bis 80 Euro erfährst Du Ener­gie­ge­halt, Roh­pro­te­in, Mine­ral­stoff­pro­fil und mög­li­che Schim­mel­pilz­be­las­tung Dei­nes Heus und kannst gezielt ergän­zen.

Wel­che Ener­gie­quel­len eig­nen sich für älte­re oder stoff­wech­sel­emp­find­li­che Pfer­de?

Für älte­re Pfer­de und Pfer­de mit Insu­lin­re­sis­tenz oder Cus­hing-Syn­drom sind stär­ke­ar­me Ener­gie­quel­len bes­ser ver­träg­lich als klas­si­sches Kraft­fut­ter, etwa Lein­öl. Bei Stoff­wech­sel­er­kran­kun­gen soll­test Du die Rati­on am bes­ten mit Dei­ner Tier­ärz­tin oder Dei­nem Tier­arzt abstim­men.

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Christina Williger

Christina Williger
Ernährungsberaterin für Hunde & Katzen | Autorin | Gründerin von Haustier-Portal.de

Tiere sind seit jeher ein zentraler Teil meines Lebens. Durch meine langjährige Erfahrung mit verschiedenen Haustieren sowie fast 20 Jahre im Pferdesport und Hundesport habe ich ein tiefes Verständnis für ihre Bedürfnisse entwickelt. Die gesundheitlichen Herausforderungen meines Hundes Aragon haben mich dazu bewegt, mich intensiv mit Tierernährung zu beschäftigen und mich zur zertifizierten Ernährungsberaterin für Hunde und Katzen weiterzubilden. Heute teile ich mein Wissen und meine Erfahrung in Büchern, Ratgebern und Fachartikeln rund um die artgerechte Tierhaltung sowie die Ernährung von Hunden und Katzen.